Pressekodex – Maßstab für Journalisten

Ein Beitrag der Redaktion faireMedien.de.

„Presse“ oder auch „die Medien“ werden gerne als „Vierte Gewalt“ im Staate bezeichnet. Viele „Medienschaffende“ fühlen sich in dieser Machtposition sichtlich wohl. Im Gegensatz zu den drei gesetzlich oder durch Wahlen legitimierten „Gewalten“ in Deutschland, gibt es keine Grundlage für diese „Macht“,der Medien. Diese Macht gründet auf einer von der Öffentlichkeit zuerkannten gesellschaftlichen Wächterfunktion. Begünstigt durch einige Rechte, die Journalisten zustehen. So müssen Behörden Journalisten Auskunft erteilen; ihre Quellen und Informanten dürfen Journalisten verschweigen.  Daraus erwachsen im Gegenzug Pflichten.

Einzelnen Vertretern und den Standesverbänden der Medienschaffenden ist die besondere Verantwortung bewusst, die aus dieser Machtposition erwächst. Und so gibt es seit 1973 eine Sammlung ethisch-journalistischer Grundsätze, in der sich die Brache gewisse Selbstverpflichtungen auferlegt: die sogenannten „Publizistischen Grundsätze, besser bekannt als „Pressekodex“. Die ersten Worte des Kodex sind die sogenannte Präambel. Da heißt es:

„Die im Grundgesetz der Bundesrepublik verbürgte Pressefreiheit schließt die Unabhängigkeit und Freiheit der Information, der Meinungsäußerung und der Kritik ein. Verleger, Herausgeber und Journalisten müssen sich bei ihrer Arbeit der Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und ihrer Verpflichtung für das Ansehen der Presse bewusst sein. Sie nehmen ihre publizistische Aufgabe fair, nach bestem Wissen und Gewissen, unbeeinflusst von persönlichen Interessen und sachfremden Beweggründen wahr.“

Hehre Worte für eine schwieriges Metier. So wie in der Präambel setzen sich die selbstauferlegten Ansprüche an die eigene Branche im weiteren Text des Kodex fort. „Faire Medien“ stellt Ihnen diesen Pressekodex zur Verfügung, damit Sie als mündige Bürger eines demokratischen Rechtsstaates überprüfen können, ob und wie weit Medienschaffende diesem selbst auferlegten Pressekodex und dem sich daraus ergebenden journalistischen Ethos gerecht werden.

Denn wir sind überzeugt, dass ein so mächtiges Instrument der Meinungsbildung auch einer gewissen Kontrolle unterliegen muss. Einer Kontrolle derer, die diesem Instrument diese Macht zubilligen. Parteien und Politiker kann man abwählen. Medien kann man nur abschalten, abbestellen oder aber öffentlich und deutlich an ihre (Selbst)Verpflichtungen erinnern.

Auch Medienschaffende sind von äußeren Zwängen abhängig. Selbst wenn Sie der Öffentlichkeit oft weis machen wollen, dass das nicht der Fall sei: Redaktionen sind vom wirtschaftlichen Wohlergehen ihrer Verlage abhängig. Eine Kritik an einem Werbekunden fällt dann eher „dezent“ aus. Journalisten befinden sich manchmal in Lebenssituationen, die beispielsweise der Lehre der Kirche widersprechen. Dass man da in der Berichterstattung über kirchliche Themen nicht unbedingt in jeder Formulierung seine eigene Lebenssituation ausblenden kann, ist durchaus verständlich.

Nun müssen diese Medienschaffenden sich im Zeitalter des Internets aber daran gewöhnen, dass Sie selbst an den von ihnen angelegten strengen Maßstäben gemessen werden. Sie selbst werden zu Objekten der Beobachtung und der Berichterstattung. Und dann wird deutlich, dass für alle gleichermaßen gilt:

 „Man kann nicht Wasser predigen aber selbst Wein saufen!“

Der Pressekodex gibt uns Bürgern dazu ein Maß in die Hand, an dem wir die „Vierte Gewalt“ messen können.


Kommentare

Pressekodex – Maßstab für Journalisten — 2 Kommentare

  1. Es haben besonders die Medien in der Hand, die große Masse der Bevölkerung zu lenken. Auf diese Rolle wies schon der Begründer der Massenpsychologie Le Bon hin. Laut le Bon bevorzugt die Masse die pure Behauptung ohne jeden Beweis. Wenn solche Behauptungen dann noch oft wiederholt werden, so setzen sie sich in der Massenseele als fester Lebensbestandteil fest.
    Der Manipulation durch die Medien ist von der Psychologie daher Tür und Tor geöffnet. Man muss nur eine entsprechend große Medienmacht besitzen, schon lässt sich die Meinungsbildung eines ganzen Volkes beeinflussen. Die Manipulation beruht damit zum wesentlichen Teil auf der ständigen Wiederholung von Botschaften, welche sich in der Bevölkerung festsetzen sollen.
    Je freier die verbreiteten Nachrichten von logisch, rationellen Inhalten sind, umso schneller werden sie von der Masse angenommen. Le Bon meinte, dass die geschickten Manipulationen sich so ausdrücken müssen, dass nur Emotionen angeregt werden. In der Masse verbreiten sich diese Gefühle sehr stark, weshalb die beteiligten Menschen nur noch in eine Richtung überhaupt denken können.
    In dieser Phase lässt sich die Menge durch geschickte Führer in jede gewollte Richtung lenken. Nur selten waren die Menschen so sehr massenpsychologisch beeinflusst wie gerade heute.

    Darum finde ich es gut, das es jetzt „Faire Medien“ gibt , habe gestern davon erfahren,
    Danke an alle Verantwortlichen

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